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Die Proktologie befaßt sich mit sämtlichen Erkrankungen
im Enddarm- und Analbereich. Hämorrhoiden werden separat im Unterpunkt
'Hämorrhoiden' aufgeführt.
Als Leitsymptome finden sich Juckreiz und Schmerz, beide oft sehr quälend,
daneben Blutungen und anale Inkontinenzerscheinungen und bei Fisteln
Eitersekretionen.
| Aus einer Schleimhautläsion
kann sich bei der Passage von hartem Stuhl oder bei häufigem
Stuhlgang ein verhärtetes, längsgerichtetes Ulcus entwickeln.
Eine spontane Abheilung ist wegen spastischer Kontraktionen des
inneren Schließmuskels erschwert. Wichtiges Symptom neben
den Blutschlieren auf dem Stuhl ist der brennende Schmerzzustand
nach dem Stuhlgang, der in den Rücken und in das Gesäß
ausstrahlen kann und nach ca. 30 – 60 Minuten durch Lösung
des muskulären Spasmus nachläßt. Die Diagnose wird bei der körperlichen Untersuchung, die wegen der extremen Schmerzhaftigkeit sehr behutsam durchgeführt wird und durch die Enddarmspiegelung (Proktoskopie) in Lokalanästhesie oder Narkose gestellt. Die chronische Analfissur muß ausgeschnitten (exzidiert) und der innere Schließmuskel gespalten oder gedehnt werden. |
Ein Abszess entwickelt sich praktisch
immer aus einer Infektion der Enddarmdrüsen, die zwischen dem
inneren Schließmuskel und der Längsmuskulatur des Enddarmes
liegen. Der Perianalabszess verursacht eine sehr schmerzhafte Schwellung, Rötung und Fieber, eine Fistel dagegen nur verschmutzte Unterwäsche. Schmerzen treten bei Fisteln nur auf, wenn das Sekret nicht abfließen kann, sie verschwinden, sobald die Fistel wieder zu fließen beginnt. Die Fistelöffnung liegt perianal, auf Druck entleert sich etwas Eiter. Therapeutisch wird der Analabszess eröffnet und ein Abfließen des Eiters mittels Drainage gewährleistet, die Analfistel wird bis zur Öffnung im Analkanal gespalten. Dabei verheilt auch der durchtrennte äußere Schließmuskel folgenlos. |
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| Es gibt gutartige Tumoren, die
durch ein Fremdkörpergefühl verursachen wie z. B. die
hypertrophe Analpapille. Sie wird in Lokalanästhesie abgetragen. Weiterhin fallen hierunter auch die spitzen Kondylome, die auf einer Virusinfektion beruhen. Sie treten als warzenförmige Tumoren rasenartig oder einzeln mit rauher Oberfläche auf und greifen nur selten auf den Analkanal über. Sie verursachen Juckreiz und eine eitrigen Ausfluß, die Reinigung des Afters ist erschwert. Man behandelt Kondylome zunächst konservativ mit Podophyllin, sollte jedoch ein endoanaler Befall vorliegen, ist eine Abtragung mit der elektrischen Schlinge erforderlich. |
Marisken sind Hautläppchen,
die sich um den After herum finden können und im Gegensatz
zu äußeren Hämorrhoiden beim Preßakt nicht
füllen und sich auch nicht ausdrücken lassen. Da sie eine
optimale Reinigung des Anus verhindern, führen sie klinisch
zu Ekzemen und Juckreiz. Sie müssen in Lokalanästhesie reseziert werden. |
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