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Bei einem Leistenbruch handelt es sich um eine Lücke im Bereich
der Bauchwand, durch die Bauchinhalt wie z. B. Fettgewebe, Darm, Blasenanteile,
Eierstöcke oder auch nur das Bauchfell in das Unterhautfettgewebe
hervorquillt. Diese Bauchwandlücke ist entweder angeboren und tritt
dann schon im frühesten Kindesalter auf. Später im Leben auftretende
Hernien erscheinen häufig nach schwerer körperlicher Arbeit
wie z. B. Heben oder Tragen auf. Sie sind meist durch eine Bindegewebsschwäche
bedingt.
Man bemerkt bei einer Leistenhernie oftmals eine Schwellung in der Leiste,
die oft im Stehen auftritt und im Liegen verschwindet. Oftmals fehlt
aber diese Schwellung und die Patienten berichten lediglich über
Schmerzen im Leistenbereich, die sich bei körperlicher Arbeit verstärken.
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Die Diagnose kann meist im Rahmen der körperlichen Untersuchung
gestellt werden, gelegentlich müssen weitere Untersuchungen wie
Ultraschall oder Computertomographie bzw. Kernspintomographie zur Diagnosesicherung
hinzugezogen werden.
Die gefürchteste Komplikation von Leistenhernien stellt die Einklemmung
von Bruchinhalt dar. Dabei kann der durch die Bauchwandbruchlücke
hervorgetretene Bauchinhalt nicht mehr in den Bauchraum zurück
und klemmt im Leistenkanal ein, wodurch es zu einer Minderdurchblutung
des eingeklemmten Bauchinhaltes kommt. Im schlimmsten Fall kann dies
bedeuten, daß es durch diese Minderdurchblutung zu einem Verfaulen
des eingeklemmten Bruchanteils kommt. Folgen hierbei sind neben einem
Darmverschluß und einer Darmlähmung eine schwerwiegende und
lebensbedrohliche Bauchfellentzündung. Daher sollten Bauchwandbrüche
ab einer bestimmten Größe zur Vermeidung einer Einklemmung
operativ saniert werden. Eine alternative Möglichkeit zur operativen
Sanierung eines Leistenbruches existiert derzeit noch nicht.
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Prinzipiell gibt es zwei Operationstechniken, wobei es sich einerseits
um Muskelnahttechniken und zum anderen um spannungsfreie Netztechniken
handelt.
Die Muskelnahttechniken haben zum Ziel, den Verschluß der Bruchlücke
durch Mobilisation des umgebenden Gewebes sowie durch spezielle Nahttechniken
der umgebenden Muskeln und flächenhaften Sehnen.
Bei den Netztechniken besteht die eigentliche Bruchlücke weiter;
diese wird durch die Applikation eines Netzes lediglich verstopft. Diese
Methode hat den Vorteil, dass hierbei keine größere Gewebespannung
eingesetzt werden muss. Erwähnenswert sind im weiteren die endoskopischen
(laparoskopischen) Operationsverfahren, welche immer mit einer Netzapplikation
verknüpft sind. Die Implantation eines Kunststoffnetzes mittels
einer Laparoskopie ist nur bestimmten Situationen vorbehalten. Sinnvoll
ist diese Methode, wenn zuvor bereits mehrfach offene Leistenbruchoperationen
durchgeführt worden sind und es hierbei zu einem Wiederauftreten
der Krankheit (Rezidiv) kam. Im Rahmen der offenen Operationen sind
sowohl die Muskelnahttechniken (nach Shouldice oder Bassini)
als auch die offenen Netzapplikationen (nach Lichtenstein oder Rutkopf)
in Allgemeinnarkose oder in Lokalanästhesie möglich. Bei den
Muskelnahttechniken ist der Patient in der Regel 14 Tage nach der Operation
wieder körperlich belastbar. Bei den Netztechniken kann eine körperliche
Belastung schneller wieder aufgenommen werden, allerdings sollte die
Wundheilungsphase von etwa 8 Tagen abgewartet werden.



